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Autor Thema: Leben im Bauwagen  (Gelesen 356 mal)
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Lena
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« am: 14. Januar 2012, 18:08:57 »

Das Erdhügelhaus sieht so wundervoll aus!! Wie aus einer anderen Welt und so sehr gemütlich. Ich habe sowas ähnliches mal in den italienischen Voralpen gesehen, aber das hier übertrifft alles wenn man nur die Bilder sieht.
Mein kleiner Beitrag hier soll zum Thema freies Wohnen im Bauwagen bzw. Zirkuswagen ausfallen. Ich selbst lebe in Kiel (also Norddeutschland, an der Ostsee) in einem alten Zirkuswagen, den ich nach und nach renoviere. Das heisst er war als ich ihn kaufte soweit dass man im Sommer erstmal fast direkt einziehen konnte, aber einige akute Arbeiten wie zum Teil ein neues Dach und Abdichtung gegen Sturm und Regen mussten bald erledigt werden. Anderes wie Außenisolierung, Fenster, Lack ab, Lasur drauf usw. arbeite ich nch und nach ab, so wird er als Gesamtprojekt immer wieder Stück für Stück schöner. Das ist auch das, was mir daran so sehr gefällt: Man schafft sich nach und nach seinen eigenen Lebensraum, sein Nest, kann je nach Stimmung und Lebenslaune agieren, ist unabhängig von Mietwahn und Stadt. Der Wagen steht auf einem Wagenplatz auf dem ca. 60 Leute wohnen, in Wägen, Hütten, Selbstgebautem. Ich kaufe ab und wenn Geld da ist Baumaterial, versuche aber so weit es geht aus alt (Sperrmüll, Geschenke, Aussortiertes usw.) neu zu machen und Naturmaterial zu verbauen. Besonders wichtig war es mir ein paar Äste eines Apfelbaums als tragende Elemente einzubauen, da ich von diesem Baum zwei große Äste absägen musste um den Wagen auf das Grundstück ziehen zu können. Es gilt also nicht nur für den Wagen, sondern auch für meinen großen, sehr verwilderten Garten: Immer wieder ein Stückchen was verändern, umbauen, Beete anlegen, Obst verarbeiten, Rad- und Holzschuppen bauen. Hoffen, dass es den Kleintieren (Molche, sehr viele verschiedene Vogelarten, Igel, Eichhörnchen uvm.) gefällt: Es gibt immer etwas zu tun und man kann einfach frei entscheiden was man tun möchte. Dies ist in Deutschland meist nur mit Sonderregelungen zwischen Wagenplatzbewohnern und Stadt/Land möglich - wir sind aktzeptiert und müssen nicht um Räumung fürchten.
Ich kann es mir kaum mehr vorstellen in einer festen Wohnung zu leben. Der Wagen bietet Schutz und Wärme im Winter (ich heize mit einem kleinen Werkstattofen), wenn man besser ausgerüstet ist als ich kann man natürlich mit Solarzellen oder einem Generator auch für Strom sorgen - mir ist das nicht allzu wichtig da ich bei Freunden ab und an meine Akkus aufladen kann. Geduscht wird draußen unter dem Apfelbaum mit einem Wasser-Duschsack, oder auch mal im Schwimmbad oder bei Freunden. Gekocht wird mit Gas auf einem Zweiflammenherd. Meine Küche ist ein kleiner Schuppen aus Holz, den ich auch nicht beheize, das klappt ganz gut.
Ich habe gemerkt dass mich dieses Leben sehr viel ruhiger macht weil nicht alles immer überall greifbar ist - die Natur umgibt den Wagen und man merkt wieder wenn es regnet oder stürmt. Das gefällt meiner Katze und mir sehr.
Dennoch lebe ich nicht so idyllisch wie vielleicht Christian auf Sizilien - ich bin am Rande der Stadt, im Wald, aber dennoch direkt mit em Bus in die Stadt verbunden, mit dem Rad sind es gute 10 Minuten, also durchaus noch Zivilisation. Das hat den Vorteil dass man zur Arbeit radeln kann - sozusagen eine halbe Freiheit, noch nicht die große Weite.
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Lili Luchs
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« Antworten #1 am: 17. Januar 2012, 18:00:50 »

WOW! Mein Traum! 38 Kannst du Fotos vom Bauwagen zeigen?
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chris
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« Antworten #2 am: 22. Januar 2012, 08:55:44 »

Ja, das Erdhügelhaus scheint wirklich aus einer anderen Welt zu sein, der gemütlicheren, friedlicheren und naturbezogeneren Welt der Hobbits. Dabei muss man sicher nicht mit beharten Füßen stets barfuß laufen um sich darin wohl zu fühlen.

Das Leben in einem Zirkuswagen stell ich mich auch schön vor - schön gemütlich & schön freiheitlich. Ungebunden an Ort und hohe Mieten bleibt man flexibel und kann seine Zeit sinnvoller nutzen als für horrende laufende Kosten zu schuften. Etwa, wie Lena bereits schrieb am Ausbau seines Wagens.

Ein sehr gut ausgebauter Wagen ist der Wohlwagen. Das ist schon eine richtige kleine Luxus-Hütte auf Rädern. Hier ein paar Bilder:


Ein schicker Wagen, mit 28 qm Wohnfläche...


wohliger Kamin und Doppel-klapp-Bett...


das rasch dem Schreibtisch Platz macht.


Auf der anderen Seite der Koch und Essbereich - für zwei Personen.


Ein kleines aber feines Bad...


und sogar eine Sauna!


Dank intelligentem Schiebesystem lässt sich der Wohlwagen rasch vergrößern


und bietet dann etwa noch Raum für ein kuscheliges Sofa.


Abschließend der Grundriss des Wohlwagens:



Eine sehr elegante und luxeriöse Möglichkeit seinen Zirkuswagen zu gestalten.
Eine von unendlichen Möglichkeiten. Lenas Wagen möchte ich auch gern sehen.
Und wer weiß wer sich mit der Zeit hier noch mit kreativen Wohnideen anschließt.

Grüße von der Insel,
Christian
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Nur der ist jung, der mehr Träume als Erinnerungen hat.

Es gibt zwei Möglichkeiten wenn man auf Schwierigkeiten trifft:
Man verändert die Schwierigkeiten oder man verändert sich selbst.

Verträume nicht dein Leben,   lebe deinen Traum !
Lena
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« Antworten #3 am: 18. Februar 2012, 09:29:18 »

haha, so, nach Ewigkeiten melde ich mich endlich wieder!
 56 56 56
Also mein Wagen sieht etwas weniger luxuriös aus  58 aber toll ist es dennoch! ich muss euch schon wieder mit Fotos vertrösten da mein Internet zu Hause jetzt ganz kaputt ist und ich da auf dem Rechner die Bilder habe. Ihr könnt hier ein paar Bilder finden (altes Blog von mir), da war der Wagen gerade erst bei mir im Garten angekommen und sozusagen noch "roh", aber vielleicht gibt es einen ersten Eindruck. Inzwischen ist er sehr viel bunter geworden  56 56 ...
Insgesamt kann ich sagen dass ich leider auch beim Wagenleben weniger Zeit für mich habe als ich gedacht hätte; das Geld, das man spart  wegen der Mietfreiheit ist irgendwie doch schneller weg als man gucken kann, für Anschaffungen, Ausbau, Holz (nicht alles kann ich selbst besorgen) usw. Aber ich bin deutlich ruhiger geworden und mache mehr schöne Sachen als früher Smiley , da hatte ich nicht mal einen Garten und eigenes Gemüse. Und was man alles noch daraus machen / verwirklichen kann wenn man denn möchte das zeigen Christians Bilder. So, erstmal LG und bisbald!!
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chris
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« Antworten #4 am: 26. März 2012, 12:58:05 »

Ciao Lena,

kann mir gut vorstellen das der Ausbau deines Wagens erst einmal zeitintensiv ist. Auch die Sanierung unseres Selbstversorgerhofes in Sizilien kostet Zeit. - Daher war und bin ich momentan auch selten online. Immerhin sieht man was man geschaffen hat - das gibt einem schon ein sehr gutes Gefühl. ...Nun ist die Mittagspause beendet und es geht wieder an die Arbeit, auf das wir bald ein Zuhause für unsere Esel haben.

Sonnige Grüße von der Insel,
Christian
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